Warum Wochenbett?

By | 2017-10-16T10:56:10+00:00 März 24th, 2017|Categories: für Mama|Tags: |0 Comments

Ich bin keine Hebamme, Ärztin oder sonst ein Mediziner. Ich schreibe dies hier hauptsächlich als Mama. Also verzeiht mir kleine Fehler oder Lücken.

In letzter Zeit höre ich (gerade in der Stillberatung) immer wieder Sprüche wie:  „als er zwei Tage alt war, waren wir im Zoo“ oder „ach, der ist ja schon 2 Wochen da können wir dies oder jenes tun“ oder „der Haushalt muss ja auch erledigt werden“

Ganz eindeutig nutzen immer weniger Frauen ihr WochenBett.

Den meisten Frauen ist der Begriff nicht unbekannt, aber wenn ich sage, dass der Name auch wirklich das heißt, was man tun sollte, nämlich am besten so lange und so oft wie möglich im Bett oder auf dem Sofa zu liegen, zu schlafen, wenn das Baby schläft, den Haushalt zurück zu stellen und sich auf sich und das Baby zu konzentrieren,  dann ernte ich entsetzte und sogar abfällige Blicke.

Scheinbar halten einige Frauen es für faul, im Bett zu liegen, scheinbar ist anderes wichtiger.

Aber jetzt mal ehrlich, was ist denn wichtiger, als sich um diesen kleinen neuen Menschen zu kümmern? Ja, natürlich müssen auch große Kinder versorgt werden und der Hund muss raus und saubere Wäsche und Essen wäre auch nett. Aber sonst?

Ich habe mal ein paar Gründe zusammengetragen, warum das Wochenbett wichtig ist:

  • Um sich von der Geburt zu erholen. Auch die kürzeste und schmerzloseste Geburt ist anstrengend für unseren Körper und er braucht Zeit um sich zu erholen.
  • Nach der Geburt hat jede Frau in etwa 6 Wochen (mal mehr, mal weniger) Wochenfluss. Gerade die ersten Tagen sehr stark. Da man dann keine Tampons oder Cups einführen sollte hat man quasi eine Matratzengroße Einlage in der Unterhose, evtl. auch Tofu zum kühlen – damit will und kann man aber nicht angenehm rumlaufen.
  • Um Verletzungen zu heilen: Es ist nicht ausgeschlossen, dass Frau „da unten“ reißt und vielleicht muss auch genäht werden, damit diese Verletzungen optimal heilen können, sollte Frau viel liegen. Und gerade ein Kaiserschnitt braucht noch länger, um zu heilen!!
  • Damit man sich aufs stillen konzentrieren kann! Und das sage ich nicht nur als Stillberaterin, sondern auch als Mutter. Stillen kommt einem leider nicht zugeflogen, manchmal muss man etwas arbeiten, damit es klappt. Und dann noch die Nachwehen (die bei jedem Kind fieser werden), die durch stillen ausgelöst werden… Da ist es wichtig sich zu konzentrieren und nicht noch nebenbei mit dem Architekten zu telefonieren oder zu bügeln ;-)
    Außerdem muss die Milchbildung in Gang kommen und gerade Stress kann die Milchproduktion verlangsamen.
  • Damit der Beckenboden nicht leidet. Wenn die Mamas sich übernehmen und zu viel machen, kann es gut sein, dass sie ihren Beckenboden spüren. Der ist gerade sehr geschwächt und sollte geschont werden: nichts schweres heben, nicht viel rumlaufen, sondern liegen!
  • Damit sich der Hormonhaushalt langsam umstellen kann. Viele Frauen haben Schweißattacken und einige bekommen auch den Babyblues, ihnen ist heulig zumute. (Ist ja auch klar, man schläft plötzlich kaum, hat vielleicht Stillprobleme, Schmerzen und überhaupt ist es anstrengend Mutter zu werden). Damit Das Heulen nicht schlimmer wird, ist es gut sich nicht so viel vorzunehmen, langsam zu machen und sein Baby zu genießen
    [Wenn „das Heulen“ länger auftritt oder erst später kommt, sollte man wegen einer möglichen postnatalen Depression Hilfe suchen!]
  • Für die Rückbildung.
  • Und um in die neue Rolle als Mama (und Papa) hineinzufinden





Was könnte man tun?

  • Man könnte versuchen eine Mütterpflegerin / FamilienLotSinn (zb. unsere Freundin Tamara:  oder eine Haushaltshilfe für die Zeit nach der Geburt zur Unterstützung zu bekommen. In den meisten Fällen zahlt das die Krankenkasse, aber vermutlich muss man dafür etwas verhandeln.
  • Viele Supermärkte haben mittlerweile einen Lieferservice. Klar ist das teurer, als selber einkaufen, aber wenn man keine Freundin oder Nachbarin hat, die einem was einkauft, ist das eine gute Lösung. Oder man kann sich eine Obst- und Gemüsekiste liefern lassen. Einige Lieferanten haben auch Brot oder Milchprodukte im Angebot.
  • So doof es vielleicht klingt, aber: keinen (oder so wenig wie möglich) Besuch einladen. Wenn keiner zu Besuch kommt, ist es egal wie es aussieht, ihr müsst nicht aufstehen und ihr werdet nicht aus eurem Rhythmus gerissen.
  • Und wenn Besuch kommt, dann bittet diesen, dass er was (zu Essen) mitbringt. Und er das auch gerne, wenn er wieder geht den Müll mit raus nehmen ;-)
  • Bittet eure Nachbarin oder Freundin, ob sie mit eurem Hund rausgehen kann. Und sei es nur ab und zu, aber jedesmal, wenn ihr keine zwei Stunden spazieren gehen müsst hilft.
  • Organisiert für eure älteren Kinder (ruhig schon im Vorfeld, das genaue Datum kann man ja später ausmachen) Spielverabredungen, Treffen mit Freunden oder besondere Aktivitäten. So, dass die sich nicht langweilen und auch „auf ihre Kosten kommen“.
  • Kocht schon in der Schwangerschaft vor und friert das Essen ein.
  • Gebt Aufgaben ab! Nehmt Hilfe an. Es hat nichts mit Stärke zu tun, wenn ihr alles selber macht. Und lasst den Haushalt liegen (klar, braucht ihr frische Kleidung, aber kein Boden muss jetzt gewischt werden ;-) )

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